{"id":278,"date":"2016-10-27T20:25:49","date_gmt":"2016-10-27T18:25:49","guid":{"rendered":"http:\/\/bunt-statt-braun-wmk.org\/?p=278"},"modified":"2016-10-29T19:47:43","modified_gmt":"2016-10-29T17:47:43","slug":"die-evangelische-kirche-im-kirchenkreis-eschwege-zur-zeit-des-nationalsozialismus-und-ihre-aufarbeitung-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bunt-statt-braun-wmk.de\/?p=278","title":{"rendered":"Die evangelische Kirche im Kirchenkreis Eschwege zur Zeit des Nationalsozialismus und ihre Aufarbeitung heute"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"mail_android_quote\">\n<blockquote class=\"gmail_quote\"><p>(Von Michael Kr\u00e4mer; MItglied im Koordinierungskreis Bunt statt braun im Werra-Mei\u00dfner-Kreis)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 14.11.2016 wird Dekan Dr. Martin Arnold voraussichtlich im Hochzeitshaus in Eschwege (gegen\u00fcber der Volkshochschule) sein Buch &#8222;Der Kirchenkreis Eschwege und der Nationalsozialismus&#8220; vorstellen. Zum Buch selbst: Siehe die Anmerkungen ganz am Ende dieses Beitrages.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man darf gespannt sein, ob und in welchem Umfang Dr. Arnold in seinem Buch auf die <a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"https:\/\/www.google.de\/?gws_rd=ssl#q=deutsch-christliche+Pfarrer\" target=\"_blank\">deutsch-christlichen Pfarrer<\/a> im Kirchenkreis <span class=\"cmp_parsed_location\">Eschwege<\/span>:<\/p>\n<p>&#8211; <a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"https:\/\/www.google.de\/?gws_rd=ssl#q=Pfarrer+Uffelmann+Grebendorf+DEutscher+Christ\" target=\"_blank\">Uffelmann<\/a> in Grebendorf,<br \/>\n&#8211; Herwig sen. in Niddawitzhausen<br \/>\n&#8211; Herwig jun. in R\u00f6hrda-Datterode<br \/>\nund<br \/>\n&#8211; <span class=\"cmp_parsed_location\">Eisenberg<\/span> in <span class=\"cmp_parsed_location\">Wanfried<\/span><\/p>\n<p>sowie <a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"https:\/\/www.google.de\/?gws_rd=ssl#q=Pfarrer+Rudolf+Stelzner\" target=\"_blank\">Pfarrer Rudolf Stelzner aus Eisenach<\/a> eingehen wird.<\/p>\n<p>Besonders Pfarrer Stelzner ist als Mitarbeiter des <a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"https:\/\/www.google.de\/?gws_rd=ssl#q=Entjudungsinstitut+Eisenach\" target=\"_blank\">Eisenacher Entjudungsinstitutes<\/a> eine mehr als schillernde Figur. Nach der Einberufung Pfarrer Eisenbergs aus <span class=\"cmp_parsed_location\">Wanfried im Jahre 1941<\/span> zur Wehrmacht, betreute er die Deutschen Christen im Kirchenkreis Eschwege.<\/p>\n<p>Siehe hier:<\/p>\n<p><a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"http:\/\/f3.webmart.de\/f.cfm?id=2614366&amp;r=threadview&amp;t=4060261&amp;pg=1\" target=\"_blank\">http:\/\/f3.webmart.de\/f.cfm?id=2614366&amp;r=threadview&amp;t=4060261&amp;pg=1<\/a><\/p>\n<p>Von besonderem Interesse ist ferner die Rolle Rudolf Clermonts, Kirchenkreispfarrer und Pfarrer der Neust\u00e4dter Kirche. Seine Rolle im Zusammenhang mit der Machtergreifung der NSDAP im Januar 1933 und danach und seine Auseinandersetzungen mit dem Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde in <span class=\"cmp_parsed_location\">Wanfried<\/span> im Jahre 1935, die schlie\u00dflich mit der Besetzung der Pfarrerstelle mit dem deutsch-christlichen Pfarrer <span class=\"cmp_parsed_location\">Eisenberg<\/span> endete, sind es wert, aufgearbeitet zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In diesem Zusammnhang ist die Rolle des sp\u00e4teren <a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"https:\/\/www.google.de\/?gws_rd=ssl#q=Fritz+Walter+FDP+Ortsgruppenleiter++NSDAP+Wanfried\" target=\"_blank\">Wanfrieder F.D.P.-Bundestagsabgeordneten und Ehren-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers des Kreisbauernverbandes und damaligen NSDAP-Ortsgruppenleiters Fritz Walter<\/a> von besonderem Interesse. Insoweit d\u00fcrfte seine Beeinflussung der der NSDAP angeh\u00f6renden Kirchenvorstandsmitglieder im Zusammenhang mit der Berufung des deutsch-christlichen Pfarrers <span class=\"cmp_parsed_location\">Eisenberg<\/span> in der Kirchenvorstandssitzung der evangelischen Kirche in <span class=\"cmp_parsed_location\">Wanfried<\/span> vom August 1935 von Interesse sein.<\/p>\n<p>Auch die Rolle des Nachfolgers von Rudolf Clermont, Hermann Wepler, Kreispfarrer von 1937 bis 1949 wird zu untersuchen sein.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich darf man gespannt sein, wie Dr. Arnold die <a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"https:\/\/www.google.de\/?gws_rd=ssl#q=Arisierung\" target=\"_blank\">Arisierung<\/a> des Geb\u00e4udes literarisch behandeln wird, in dem <span class=\"cmp_parsed_date\">heute<\/span> die evangelische Familienbildungsst\u00e4tte angesiedelt ist.<\/p>\n<p>Dieses Geb\u00e4ude &#8222;An den Anlagen 14a&#8220; in <span class=\"cmp_parsed_location\">Eschwege<\/span> befand sich n\u00e4mlich urspr\u00fcnglich im Eigentum des j\u00fcdischen Sanit\u00e4tsrates Moritz Stern. Das Geb\u00e4ude wurde 1889 von Sanit\u00e4tsrat Dr. Moritz Stern als Fachwerkbau im Gr\u00fcnderzeitstil erbaut. Bis zum Jahr 1911 betrieb der Erbauer in diesem Haus, in dem er mit seiner Familie auch wohnte, eine Arztpraxis, die im selben Jahr sein Sohn <a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"http:\/\/www.stolpersteine-hamburg.de\/index.php?&amp;MAIN_ID=7&amp;p=187&amp;BIO_ID=762\" target=\"_blank\">Dr. Carl Stern<\/a> \u00fcbernahm. Im M\u00e4rz 1933 gab Dr. Carl Stern die Praxis auf. Auf Grund von Anfeindungen Eschweger Nationalsozialisten gegen j\u00fcdische Mitb\u00fcrger waren f\u00fcr ihn ein geregelter Praxisbetrieb sowie ein normales Familienleben nicht mehr m\u00f6glich. Zusammen mit seiner Familie verzog er nach Hamburg. Falsche Anschuldigungen aus <span class=\"cmp_parsed_location\">Eschwege<\/span> veranlassten ihn dort im Februar 1935 zum Freitod.<br \/>\nIm September 1937, also genau vor 79 Jahren, kaufte der Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden in <span class=\"cmp_parsed_location\">Eschwege<\/span> dieses Haus von den Nachfahren des Dr. Moritz Stern zu einem Preis von 30.000 Reichsmark. Dieser Kauf geschah im Zuge der vom Nationalsozialismus beg\u00fcnstigten \u00dcbernahme j\u00fcdischen Eigentums durch nicht-j\u00fcdische Personen oder Einrichtungen.<\/p>\n<p>Siehe auch:<\/p>\n<p><a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"http:\/\/f3.webmart.de\/f.cfm?id=2614366&amp;r=threadview&amp;t=3976793&amp;pg=1\" target=\"_blank\">http:\/\/f3.webmart.de\/f.cfm?id=2614366&amp;r=threadview&amp;t=3976793&amp;pg=1<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bereits im Februar\/M\u00e4rz 2016 hat Dr. Arnold einen &#8222;Werkstattbericht&#8220; \u00fcber sein im November 2016 erscheinendes Buch \u00fcber den Nationalsozialismus im Kirchenkreis <span class=\"cmp_parsed_location\">Eschwege<\/span> in <span class=\"cmp_parsed_location\">Witzenhausen<\/span> vorgestellt:<\/p>\n<p><a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"http:\/\/www.witzenhausen.eu\/kalender\/de\/stadt\/-\/1667_2955\/calendar_show_details\" target=\"_blank\">http:\/\/www.witzenhausen.eu\/kalender\/de\/stadt\/-\/1667_2955\/calendar_show_details<\/a><\/p>\n<p><a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"http:\/\/www.pressreader.com\/germany\/hna-witzenhaeuser-allgemeine\/20160318\/281809988011674\" target=\"_blank\">http:\/\/www.pressreader.com\/germany\/hna-witzenhaeuser-allgemeine\/20160318\/281809988011674<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auseinandersetzungen in der Kurhessisch-Waldeckschen Landeskirche und im Kirchenkreis <span class=\"cmp_parsed_location\">Eschwege<\/span> zwischen den verschiedenen Gruppierungen innerhalb der evangelischen Landeskirche und im Kirchenkreis <span class=\"cmp_parsed_location\">Eschwege<\/span> und mit der nationalsozialitischen Partei- und Staatsf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit der Frage nach der Rolle der evangelischen Kirche im Kirchenkreis <span class=\"cmp_parsed_location\">Eschwege<\/span> und insbesondere bei der Beurteilung der Auseinandersetzungen des &#8222;Streites zwischen Kreuz und Hakenkreuz&#8220; oder genauer formuliert, zwischen den Vertretern der &#8222;Einstweiligen Kirchenleitung&#8220;, der &#8222;Kommissarischen Kirchenleitung&#8220; und der &#8222;Bekennenden Kirche&#8220; und der nationalsozialistischen Partei- und Staatsf\u00fchrung kommt der Mitgliedschaft der einzelnen Pfarrer, in diesen jeweiligen Gruppen eine besondere Bedeutung zu.<\/p>\n<p>Innerhalb der evangelischen Landeskirchen (Insgesamt 29 im Deutschen Reich) hatte es schon vor der Machtergreifung Adolf Hitlers \u00dcberlegungen gegeben, wie der lose Kirchenbund zu einer einheitlichen Reichskirche umgewandelt werden k\u00f6nnte. Als im Fr\u00fchjahr 1933 eine Verfassung abgestimmt werden sollte, zeigte sich schnell, dass Hitler die Entwicklung zu einer evangelischen Reichskirche in seinem Sinne nutzen wollte. Bei Kirchenwahlen gelang es den Deutschen Christen durch seine direkte Einflussnahme, in s\u00e4mtlichen Gremien der im Sommer 1933 gegr\u00fcndete Reichskirche eine \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit zu erhalten. Auch in der Landeskirche von Hessen-Kassel war man der Meinung, dass die kirchliche Struktur aus dem Jahre 1924 nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df war. Das kirchenleitenden Dreiergremium trat deshalb zur\u00fcck, um einer neuen Kirchenleitung nicht im Wege zu sein. Zwischenzeit wurde eine vorl\u00e4ufige &#8222;Einstweilige Kirchenleitung&#8220; einberufen, deren Vorsitz Theodor Dithmar \u00fcbernahm, der zwischen 1915 und 1932 Pfarrer in Wilhelmsh\u00f6he (<span class=\"cmp_parsed_location\">Kassel<\/span>) gewesen war. Als sich der Kirchenkampf auch auf die inzwischen um <span class=\"cmp_parsed_location\">Waldeck<\/span> erweiterte Landeskirche ausbreitete, war Dithmar in den Konflikt mit der &#8222;Kommissarischen Kirchenleitung&#8220; (Pfarrer Theys) direkt verwickelt, dessen dramatischen H\u00f6hepunkt die gewaltsame Besetzung der R\u00e4ume des Landeskirchenamtes (Renthof 5 in <span class=\"cmp_parsed_location\">Kassel<\/span>)) durch die deutschchristlich orientierte &#8222;Kommissarische Kirchenleitung&#8220; bildete. (Siehe dazu den nachfolgenden Beitrag in diesem Forum)<\/p>\n<p>Theodor Dithmar war Vorsitzender der &#8222;Einstweiligen Kirchenleitung&#8220; und Pfarrer Karl Theys wurde 1934 gegen geltendes Recht und gegen den Widerstand der Bekennenden Kirche zum Landesbischof gew\u00e4hlt. Er war Mitglied der &#8222;Kommissarischen Kirchenleitung&#8220;. Theys legte jedoch wegen des Widerstandes eines \u00fcberw\u00e4ltigenden Teils der kurhessisch-waldeckischen Pfarrerschaft nach wenigen Wochen sein Amt als Landesbischof nieder.<\/p>\n<p>Die &#8222;Kommissarische Kirchenleitung&#8220; hatte die Amtsr\u00e4ume der evangelischen Landeskirche in Hessen <span class=\"cmp_parsed_location\">Kassel<\/span>, Renthof 5, in <span class=\"cmp_parsed_location\">Kassel<\/span> rechtswidrig besetzt und in Beschlag genommen. Auf Betreiben der &#8222;Einstweiligen Kirchenleitung&#8220; wurde die &#8222;Kommissarische Kirchenleitung&#8220; durch ein Urteil der II. Zivilkammer des Landgerichts <span class=\"cmp_parsed_location\">Kassel<\/span> vom <span class=\"cmp_parsed_date\">02.Februar 1935<\/span> (Az: 2 O 393\/34) verurteilt, die Amtsr\u00e4ume zu r\u00e4umen. Das Verhalten der &#8222;Kommissarischen Kirchenleitung&#8220; wurde also eindeutig als rechtswidrig eingestuft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um die von der NSDAP gew\u00fcnschte Vereinigung der beiden Landeskirchen in Kurhessen-Kassel und <span class=\"cmp_parsed_location\">Waldeck<\/span> zu erreichen, trat am <span class=\"cmp_parsed_date\">12. Juni 1934<\/span> in <span class=\"cmp_parsed_location\">Kassel<\/span> \u00fcberst\u00fcrzt der dortige Landeskirchentag zusammen, der mit einer Gegenstimme die Fusion der beiden Landeskirchen beschloss. Die Wahl eines Bischofs f\u00fcr die neue Landeskirche kam wegen der Weigerung der BK-Mitglieder in der Synode aber nicht zustande. Am <span class=\"cmp_parsed_date\">29. Juni<\/span> trat abermals der Landeskirchentag zusammen. In einer irregul\u00e4r abgehaltenen Sitzung unter F\u00fchrung der DC wurde eine neue Kirchenleitung berufen, ein Mitglied wurde Happel. Der Kasseler Pfarrer Karl Theys wurde zum Bischof gew\u00e4hlt und die Landeskirche trat der Reichskirche bei. Das \u00abKirchengesetz \u00fcber die Vereinigung von <span class=\"cmp_parsed_location\">Waldeck<\/span> mit der Evangelischen Landeskirche in Hessen-Kassel\u00bb wurde von Happel am 13. Juli 1934 erlassen. Schlie\u00dflich wurde auch f\u00fcr die kurhessisch-waldeckische Landeskirche ein \u00abBevollm\u00e4chtigter\u00bb eingesetzt, Dr. Johannes Ritter aus Hannover. Er entfernte die regul\u00e4re Kirchenleitung mit Polizeigewalt aus dem Landeskirchenamt im Kasseler Renthof und ernannte Happel zu dessen Leiter. Es gab zu dieser Zeit zwei Kirchenleitungen, die alte, regul\u00e4r zustande gekommene, und die neue unter DC-Einfluss.<br \/>\n(Quelle: <a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"http:\/\/www.ekkw.de\/aktuell\/6013.htm\" target=\"_blank\">75 Jahre evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck<\/a>)<\/p>\n<p>Von den 508 Pfarrern der Kurhessischen Landeskirche standen 435 Pfarrer (86,4 %) hinter der rechtm\u00e4\u00dfigen &#8222;Einsweiligen Kirchenleitung&#8220; nur 73 Pfarrer (13,6 %) akzeptierten die &#8222;Kommissarische Kirchenleitung&#8220; der &#8222;Deutschen Christen&#8220;.<br \/>\n(Quelle: <a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=8TGnJxjKjWcC&amp;pg=PA99&amp;lpg=PA99&amp;dq=Kommissarische+Kirchenleitung+Kurhessen+Waldeck&amp;source=bl&amp;ots=_jrDv7weUD&amp;sig=aEweQmc9G_9zZtW-pVAMVWACuqQ&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwinz5-7_97PAhUMLMAKHaPRDoQQ6AEILzAE#v=onepage&amp;q=Kommissarische%20Kirchenleitung%20Kurhessen%20Waldeck&amp;f=false\" target=\"_blank\">Verantwortung f\u00fcr die Kirche: Herbst 1935 bis Fr\u00fchjahr 1937; herausgegeben von Hannelore Braun, Vandenhoek &amp; Ruprecht, G\u00f6ttingen 1993<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Die Zust\u00e4nde im Kirchenkreis <span class=\"cmp_parsed_location\">Eschwege<\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Kirchenkreis <span class=\"cmp_parsed_location\">Eschwege<\/span>, der aus 30 Pfarrstellen bestand, akzeptierte die weitaus \u00fcberwiegende Mehrheit der Pfarrer die rechtm\u00e4\u00dfige <strong>&#8222;Einstweilige Kirchenleitung&#8220;<\/strong> und erkannte diese als einzig verbindliche Kirchenleitung an.<\/p>\n<p>Die Pfarrer, die nur die <strong>&#8222;Kommissarische Kirchenleitung&#8220;<\/strong> akzeptierten:<\/p>\n<p><strong>&#8211; Uffelmann, Gebendorf;<br \/>\n&#8211; <span class=\"cmp_parsed_location\">Eisenberg<\/span>, zun\u00e4chst R\u00f6hrda-Datterode, ab Nov. 1935 <span class=\"cmp_parsed_location\">Wanfried<\/span>;<br \/>\n&#8211; Herwig, Senior, Niddawitzhausen<br \/>\n&#8211; und Herwig, Junior<\/strong> zun\u00e4chst Niddawitzhausen (Vikariat) und<br \/>\nab 1935 R\u00f6hrda &#8211; Datterode sp\u00e4ter Wechsel in die<br \/>\nvon den &#8222;Deutschen Christen&#8220; dominierte Landeskirche nach<br \/>\nTh\u00fcringen<\/p>\n<p>Den <strong>&#8222;Deutschen Christen&#8220;<\/strong> als Mitglieder geh\u00f6rten an (Uffelman,<br \/>\n<span class=\"cmp_parsed_location\">Eisenberg<\/span>) beziehungsweise standen deren Denkrichtung nahe (Herwig sen. und Herwig jun.). Sie akzeptierten nur die &#8222;Kommissarische Kirchenleitung&#8220; in Kassel.<\/p>\n<p><strong>Kreispfarrer Hermann Wepler<\/strong>, Nachfolger von Kreispfarrer Clermont (1937 bis 1949) geh\u00f6rte in der Zeit von<br \/>\nSept. 1933 bis zum <span class=\"cmp_parsed_date\">06.06.1934<\/span> ebenfalls den Deutschen Christen der Th\u00fcringer Richtung an und <strong>gr\u00fcndete am <span class=\"cmp_parsed_date\">09.06.1934<\/span> eine &#8222;Selbst\u00e4ndige Gruppe Deutscher Christen in Kurhessen&#8220;<\/strong>.<br \/>\nHermann Wepler ist eine schillernde Figur, dessen Einstellung zu den Nationalsozialisten und deren Verh\u00e4ltnis zur evangelischen Kirche, insbesondere deren Einmischung in innerkirchliche Angelegenheiten wurden von Wepler mehrfach harsch kritisiert; andererseits stand er der national-sozialistischen Ideologie ebenfalls sehr nahe. Dies \u00e4nderte sich erst, als einer seiner S\u00f6hne gefallen war. Am <span class=\"cmp_parsed_date\">28.09.1943<\/span> wurde er wegen &#8222;Rundfunkverbrechens und Wehrkraftzersetzung&#8220; zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt, weswegen er nach 1945 als Verfolgter des Naziregimes galt.<\/p>\n<p>Nachdem Pfarrer <span class=\"cmp_parsed_location\">Eisenberg<\/span> 1941 zur Wehrmacht einberufen<br \/>\nwurde, betreute der aus der th\u00fcringischen Landeskirche<br \/>\nabgeordnete <a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"https:\/\/www.google.de\/search?q=Rudolf+Stelzner+Entjudungsinstitut+DEutsche+Christen&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;client=firefox-b&amp;gfe_rd=cr&amp;ei=wksGWLLWE-Ha8Afi1afoCg\" target=\"_blank\"><strong>Pfarrer Rudolf Stelzner<\/strong><\/a> die ca. 250 Mitglieder umfassende Gruppe der Deutschen Christen im Kirchenkreis Eschwege.<\/p>\n<p>Mitglieder der dritten Gruppierung im Kirchenkreis <span class=\"cmp_parsed_location\">Eschwege<\/span>,<br \/>\nder <strong>&#8222;Bekennenden Kirche&#8220;, waren:<\/strong><\/p>\n<p>&#8211; Pfarrer Eichh\u00f6fer; Reichensachsen \/ Langenhain<br \/>\n&#8211; Pfarrer Wittekindt; Schwebda<br \/>\n&#8211; Kreisjugendpfarrer Wintzer; Eschwege-Neustadt<br \/>\n&#8211; Pfarrer Lueken; Renda<br \/>\n&#8211; Pfarrer Reuber; Wichmannshausen<br \/>\n&#8211; Pfarrer Riemann; Schemmern<br \/>\n&#8211; Pfarrer Schwerdtfeger; Netra<br \/>\n&#8211; Pfarrer Walther; Niederhohne<\/p>\n<p>Die &#8222;Bekennende Kirche&#8220; verstand sich seit ihrer Gr\u00fcndung im Mai 1934 in Wuppertal-Barmen als einzige rechtm\u00e4\u00dfige evangelische Kirche im Deutschen Reich, indem sie den Nationalsozialismus und die Lehren der Deutschen Christen als unchristliche Irrlehren \u201everwarf\u201c (Barmer Theologische Erkl\u00e4rung 1934) und sich gegen staatliche und innerkirchliche \u00dcbergriffe auf das christliche Glaubensbekenntnis zur <span class=\"cmp_parsed_location\">Wehr<\/span> setzte. Sie schuf sich seit Oktober 1934 mit einem kirchlichen \u201eNotrecht\u201c eigene Leitungs- und Verwaltungsstrukturen und grenzte ihre Organisation und Ausbildung damit von deutschchristlich gef\u00fchrten Landeskirchen ab (Kirchenkampf). Sie bildete aber keine einheitliche politische Opposition gegen das NS-Regime. Ihre Pfarrer blieben oft Bedienstete der jeweiligen Landeskirche (besonders in W\u00fcrttemberg, Bayern und <span class=\"cmp_parsed_location\">Hannover<\/span>).<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Im Verlag Evangelischer Medienverband <span class=\"cmp_parsed_location\">Kassel<\/span> ist das nachfolgende Buch von Dekan Dr. Martin Arnold erschienen:<\/strong><\/p>\n<p>Der Kirchenkreis <span class=\"cmp_parsed_location\">Eschwege<\/span> und der Nationalsozialismus<br \/>\nEinverst\u00e4ndnis und Konfliktlinie zwischen Kirche, NSDAP und Staat<br \/>\nVerlag Evangelischer Medienverband <span class=\"cmp_parsed_location\">Kassel<\/span>, 2016<br \/>\nISBN 978-3-89477-890-3<br \/>\nPreis: 15,00 \u20ac<\/p>\n<p>Das Buch ist \u00fcber den o.a. Verband beziehbar; E-mail: <span class=\"cmp_parsed_email\">emv@ekkw.de<\/span><\/p>\n<p>Dr. Arnold gibt in seinem 92 Seiten umfassenden Buch einen kurzen \u00dcberblick \u00fcber<\/p>\n<p>&#8211; Politische und kirchliche Strukturen in der Region<br \/>\n&#8211; Politische und theologische Positionen<br \/>\n&#8211; Typische Konfliktlinie<br \/>\n&#8211; Blinde Flecken der Kirche<br \/>\n&#8211; Phasen des Verh\u00e4ltnisses zwischen Staat und Kirche<\/p>\n<p>in der Zeit des Nationalsozialismus im Kirchenkreis Eschwege.<\/p>\n<p>Er benennt die wichtigen Akteure und deren Standpunkte und \u00dcberzeugungen innerhalb der evangelischen Kirche im Kirchenkreis Eschwege.<\/p>\n<p>Wie ich finde, ein wirklich guter \u00dcberblick \u00fcber die damaligen Verh\u00e4ltnisse im Kirchenkreis.<\/p>\n<p>Was meines Erachtens fehlt sind l\u00e4ngere Originaltexte, wie z.B. Ansprachen oder Predigten der damals im Kirchenkreis t\u00e4tigen Pfarrer der unterschiedlichen Richtungen innerhalb der Pfarrerschaft, die z.B. Anh\u00e4nger der &#8222;Deutschen Christen&#8220; bzw der &#8222;Kommissarischen Kirchenleitung&#8220;, der &#8222;Einstweiligen Kirchenleitung&#8220; oder der &#8222;Bekennenden Kirche&#8220; waren.<\/p>\n<p>Auch eine etwas breitere Darstellung der Vorstellungen und der Intentionen der Deutschen Christen aus dem benachbarten Th\u00fcringen und der Aufgabe des Entjudungsinstitutes im benachbarten <span class=\"cmp_parsed_location\">Eisenach<\/span>, w\u00e4re aus meiner Sicht hilfreich gewesen.<br \/>\nImmerhin geh\u00f6rte neben Pfarer Uffelmann aus Grebendorf und Pfarrer <span class=\"cmp_parsed_location\">Eisenberg<\/span> aus <span class=\"cmp_parsed_location\">Wanfried<\/span> auch der Kreispfarrer Hermann Wepler zeitweilig dieser Denkrichtung innerhalb der evangelischen Kirche an. Au\u00dferdem war <a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"https:\/\/www.google.de\/?gws_rd=ssl#q=Adolf+St%C3%B6cker+Hofprediger+und+Antisemit\" target=\"_blank\">Wepler ein Anh\u00e4nger des gl\u00fchenden Antisemiten Adolf St\u00f6cker<\/a>, des Hofpredigers Wilhelms II.<\/p>\n<p>Leider fehlt ein Kapitel \u00fcber die <a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"http:\/\/www.kirchenkreis-eschwege.de\/scripts\/news\/912\/51298?layout=9\" target=\"_blank\">Arisierung im Jahre 1937 des ehemaligen \u00c4rztehauses des Dr. Stern, An den Anlagen 14a in Eschwege, heute evangelische Familienbildungsst\u00e4tte<\/a>, vergl: <a class=\"cmp_parsed_url\" href=\"http:\/\/www.stolpersteine-hamburg.de\/?&amp;MAIN_ID=7&amp;BIO_ID=762\" target=\"_blank\">http:\/\/www.stolpersteine-hamburg.de\/?&amp;MAIN_ID=7&amp;BIO_ID=762<\/a><\/p>\n<p>Dennoch ein wirklich lesenswertes wichtiges Buch \u00fcber die evangelische Kirche und seine Pfarrer in der Zeit des Nationalsozialismus im Kirchenkreis Eschwege.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Michael Kr\u00e4mer<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Von Michael Kr\u00e4mer; MItglied im Koordinierungskreis Bunt statt braun im Werra-Mei\u00dfner-Kreis) &nbsp; Am 14.11.2016 wird Dekan Dr. Martin Arnold voraussichtlich im Hochzeitshaus in Eschwege (gegen\u00fcber der Volkshochschule) sein Buch &#8222;Der Kirchenkreis Eschwege und der Nationalsozialismus&#8220; vorstellen. Zum Buch selbst: Siehe &hellip; <a href=\"https:\/\/bunt-statt-braun-wmk.de\/?p=278\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-278","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bunt-statt-braun-wmk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bunt-statt-braun-wmk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bunt-statt-braun-wmk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bunt-statt-braun-wmk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bunt-statt-braun-wmk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=278"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/bunt-statt-braun-wmk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/278\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":281,"href":"https:\/\/bunt-statt-braun-wmk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/278\/revisions\/281"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bunt-statt-braun-wmk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bunt-statt-braun-wmk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bunt-statt-braun-wmk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}